Nachhaltigkeit

Nachhaltige Designmöbel von ekomia – Mitgründerin Jekaterina im Interview

Ekomia ist ein Label für ökologische Designmöbel aus Berlin. Gegründet in 2013, entwickelt und verkauft das Unternehmen die Produkte aus eigener Herstellung auf ekomia.de.

Eine ganzheitlich nachhaltige und transparente Produkt- und Unternehmenspolitik, die sich an den Bedürfnissen einer sich verändernden Gesellschaft orientiert, ist das Credo des Labels. Ich habe mit Mitgründerin Jekaterina über eine nachhaltige Produktionskette und darüber, was Design mit Ressourcenschonung zu tun hat, gesprochen.

Das Interview ist in Kooperation mit ekomia entstanden.

nachhaltige designmöbel von ekomia
(C) ekomia

Jekaterina, erzähl mal: Was bedeutet Nachhaltigkeit für ekomia

Wir versuchen unsere Möbel von der Herstellung bis zur Nutzung und darüber hinaus ökologisch zu gestalten und das so transparent wie möglich darzulegen. Es wird zertifiziertes Massivholz aus Polen und Schweden verwendet, das durch nachhaltige Forstwirtschaft gewonnen wird. Massivholz ist immer haltbarer aber auch leimärmer als die oft verwendeten Spanplatten. Die ekomia Lasur und Öle werden aus natürlichen Rohstoffen hergestellt. Die in der Möbelindustrie oft eingesetzten Styroporverpackung wurde komplett durch recycelbare Pappe und Papier ersetzt. Auch im Design denken wir nachhaltig, in dem wir auf Zeitlosigkeit und Minimalismus setzen. 

Ihr setzt auf FSC-zertifiziertes Holz. Die FSC-Zertifizierung steht immer mal wieder in der Kritik und trotzdem ist es laut Greenpeace das einzig glaubwürdige Siegel für ökologische Landwirtschaft. Wie schwer ist es ökologisch vertretbares Holz zu finden? 

In EU Ländern gibt es schon hohe Standards bei der Waldbewirtschaftung. Wir beziehen unser Holz nah an der Produktion aus Polen und Schweden. Das FSC-Siegel garantiert aber, dass Sägewerke nicht doch Holz aus dubiosen Quellen einkaufen, wenn in der Region das Holz vor der Ernte knapp wird. Als kleine Firma können wir das ohne das FSC Label nicht garantieren. Die FSC Regeln sind nicht schlecht. Wenn es trotz Siegel zu Problemen kommt, müssen wir daran arbeiten, Kontrollen und Regeln zu verbessern.

nachhaltige designmöbel von ekomia
(C) ekomia

"Manche Themen sind dann doch für kleine Labels wie uns zu groß und müssen auf politischer Ebene durchgesetzt werden. Diese Gesetze kommen nun langsam und helfen dabei, unsere Verpackung noch ökologischer zu gestalten."

Ihr arbeitet hauptsächlich mit Massiv- und Sperrholz. Gleichzeitig unterstützt ihr Aufforstungsprojekte. Beißt sich das nicht? 

Wir verwenden für unsere Möbel bis zu 95% Massivholz. Die FSC-Wälder werden immer nachgepflanzt – das ist der Sinn des Siegels. Darüber hinaus unterstützen wir Aufforstungsprojekte. Das beißt sich nicht, sondern passt aus unserer Sicht sehr gut zum nachhaltigen Wirtschaften.

Welche Kriterien setzt ihr bei der Auswahl eurer Partner*innen, z.B. in der Holzproduktion, bei Farbproduzent*innen, an? 

Unsere Partner*innen sind seit Generationen geführte Familienunternehmen aus Europa. Sie achten auf gute Bedingungen für ihre Mitarbeiter*innen. Wir machen es von der Bereitschaft abhängig auf hohem ökologischen Standard zu arbeiten: das ökologische Öl bzw. Lasur zu verwenden oder schwere Möbel nur mit Pappe versandsicher zu machen. 

Ihr beschreibt euer Design als schlicht und skandinavisch. Wie kann ein gutes Design zur Nachhaltigkeit beitragen? 

Im Design für unsere Möbel setzen wir auf Zeitlosigkeit und Minimalismus. Bestimmte Produkte von uns wie das Schwebebett Swebe kann man je nach Lebensphase umbauen. Modularität ist auch ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeit. Auf diesen Aspekt im Design achten wir auch. 

Swebe Bett ekomia
(C) ekomia

Auf eurer Website steht: Ihr macht bezahlbare Designmöbel und versucht dabei so ökologisch, wie möglich zu bleiben. Die nachhaltige Möbelbranche wächst erst langsam –  hier gibt es sicher viele Stolperfallen. Welche sind oder waren die größten? 

Es gab natürlich unerwartete Herausforderungen wie z.B. bei der Verwendung von ökologischen Lasuren. Wir mussten viel dazu lernen, um unsere Design- und Kundenerwartungen zu erfüllen. Bei der ökologischen Verpackung stoßen wir auch immer noch an unsere Grenzen, gerade für den Versand von schweren Möbel ist es schwierig, sichere Lösungen aus Pappe zu finden. Manche Themen sind dann doch für kleine Labels wie uns zu groß und müssen auf politischer Ebene durchgesetzt werden. Diese Gesetze kommen nun langsam und helfen dabei, unsere Verpackung noch ökologischer zu gestalten.

"Der Traum von einem ökologischen Schnäppchen ist utopisch- das wäre Greenwashing. Dann raten wir dann doch zu einem Second Hand Kauf oder einem DIY-Projekt."

DIY Möbel
(C) ekomia

…abgesehen von der Produktion, Transport und Co. Wie lebt ihr Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung?

2013 haben mein Mann und ich aus eigener Kraft mit sehr wenig Kapital gestartet. 

Aus diesem Grund wachsen wir sehr langsam, also nachhaltig. Wir setzen auf langfristige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit externen Partner*innen. Wir legen viel Wert auf familiäre Arbeitsatmosphäre und ein partnerschaftliches und offenes Miteinander. 

Wir sind auch offen für Verbesserungsideen von Kund*innen und haben schon einige davon umgesetzt. 

Welchen Tipp würdest du Konsument*innen geben, die auf der Suche nach nachhaltigen Möbelstücken sind? 

Langlebigkeit, Material, Verarbeitung und schließlich die Erfüllung aller ökologischen Standards haben ihren Preis. Der Traum von einem ökologischen Schnäppchen ist utopisch- das wäre Greenwashing. Dann raten wir dann doch zu einem Second Hand Kauf oder einem DIY-Projekt

Ihr habt einen eigenen Second-Hand-Bereich auf der Website und bietet zusätzliche DIY-Möbel-Anleitungen plus Upcycling an, falls sich jemand eure Möbel nicht leisten kann. Welchen Nachhaltigskeitsschritt plant ihr als nächstes? 

Viele Kund*innen verbinden Nachhaltigkeit mit Naturprodukten: also dem Massivholz. Aber Nachhaltigkeit bedeutet auch, Material zu recyceln. Darüber denken wir aktuell nach.

Danke für das Gespräch.

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