Plastikfreie Naturkosmetik
Kosmetik,  Zero Waste

Plastikfreie Naturkosmetik

Als ich begonnen habe, mich mit dem Thema Zero Waste zu beschäftigen, habe ich ganz schnell festgestellt, dass gerade im Badezimmer ziemlich viele Plastikfallen lauern. Ich habe sowieso zum Großteil Naturkosmetik benutzt. Aber plastikfreie Naturkosmetik? Das ist dann schon eine andere Nummer. Klar, geht es um die tägliche Dusche, kann man getrost auf Seife zurückgreifen. Aber was ist mit Shampoo, Zahnpasta, Deo und Co.?

Die tägliche Mundhygiene

DIY Mundspülung

Man nehme für die plastikfreie Bio-Mundhygiene: Eine Bambuszahnbürste, z.B. von Hydrophil, selbstgemachte Zahnpasta, Zahnputztabletten oder Zahnputzpulver und DIY Mundspülung.

Rezept DIY Zahnpasta:
4-5 EL Kokosöl
2-3 TL Natron
1 Prise Xylit
1 Prise Kurkumapulver
Optional:  1 TL Öl (z.B. Pfefferminz)

Kokosfett schmelzen, alle anderen Zutaten einrühren und bei Zimmer-Temperatur lagern.

Rezept DIY Mundspülung (125 ml):
10 g Xylit
3 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl
125 ml Wasser
1/2 EL Natron

Alles in eine Glasflasche füllen und schütteln.

Ich persönlich benutze momentan das Zahnputzpulver von Birkengold (gibt’s in Wien bei Lieber Ohne zu kaufen) – alles selber machen, kostet manchmal einfach zu viel Zeit. Weil mich das vom Sauberkeitsgefühl und Geschmack aber einfach nicht so richtig befriedigt, wird mit der DIY Mundspülung nachgegurgelt und dann passt es.

Ein Tipp zu den Bambuszahnbürsten: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Bürsten oft zu weich sind, also lieber zur härteren Variante greifen.

 

Die Körperpflege

Seife

Zum Duschen wird Seife genommen. Eh klar, oder?
Das plastikfreie Peeling gibt es entweder gleich durchs Seifensäckchen, damit sich die Seife auch vollständig aufbrauchen lässt, oder mit Kaffeesatz. Das Peeling fördert die Zellerneuerung und entfernt alte Hautschuppen. Außerdem wirkt das Koffein anregend und fördert die Durchblutung. Und… es soll Cellulite entgegenwirken.
Zum Rasieren benutzte ich im Moment noch selbstgemachte Rasiercreme. Da ich aber nicht so richtig überzeugt bin, wird jetzt Rasierseife ausprobiert. Trotz allem, hier das Rezept:

DIY Rasiercreme:
50 g Kokosöl
50 g Sheabutter
35 g Olivenöl
1 EL Bio-Flüssigseife

Kokosöl und Sheabutter langsam erhitzen, dann den Rest hinzufügend, in ein Behältnis füllen und in den Kühlschrank stellen. Achtung: Reine Sheabutter hat eine gelbliche Farbe, sobald sie weiß ist, wurde irgendwas hinzugefügt. Viele verpackungsfreie Supermärkte haben die echte Sheabutter mittlerweile im Sortiment.

Zum Eincremen habe ich anfangs Olivenöl benutzt. Das war scheinbar zu reichhaltig für meine Haut, die mit Pickelchen reagiert hat. Deshalb bin ich auf den Allrounder Koksöl umgestiegen und das funktioniert ganz hervorragend.

 

Das leidige Thema mit der Haarseife

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Dem Thema Haarseife habe ich ja schon einen eigenen Post gewidmet. Weder DIY-Shampoo, noch die Seife, die ich gekauft hatte, haben mich glücklich gemacht. Genauso wenig die, meiner Meinung nach, viel zu sehr gehypte Lush-Seife. Während ich die allerdings als Notlösung benutzt habe, bin ich auf den Retter in der Not gestoßen: Die Haarseifen der Rosenrot-Manufaktur. Nicht nur Naturkosmetik und plastikfrei, sondern eben auch ganz großes Kino. Meine Haare sehen so gesund aus wie nie zuvor und die Locken springen, als gäbe es kein Morgen mehr. Meine absolute, und ich betone, absolute Empfehlung! Mittlerweile hat sich noch ein Conditioner dazugesellt, damit hab ich auch der Sauren Rinse ade gesagt. Den Apfelessig-Geruch vermisse ich nicht so richtig.

 

DIY Deocreme

DIY Deocreme

Deocreme gibt es mittlerweile in jedem gut sortierten Reformhaus zu kaufen, aber ganz ehrlich: Die ist mir einfach zu teuer. Insbesondere, wenn man sie so einfach selbst machen kann.

Rezept Deocreme:
3 TL Kokosöl
2 TL Natron
2 TL Kartoffelstärke
10 Tropfen ätherisches Öl 

Koksöl erhitzen, falls es nicht eh schon flüssig ist und alles miteinander verrühren. In ein Behältnis füllen und abkühlen lassen.

Ich war anfangs eher skeptisch. Gerade, weil ich einfach viel schwitze. Seit ich das Deo nehme, habe ich nicht nur das Gefühl weniger zu schwitzen, sondern auch den unangenehmen Geruch eliminiert, der sich sonst durch die Mischung aus Schweiß und Deo in der Kleidung abgesetzt hat.

Mittlerweile glaub ich sogar, industriell hergestelltes Deo macht alles nur noch schlimmer. Seit ich mein DIY-Deo benutze, gibt es Tage an denen ich ganz ohne Deo auskomme.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Ich scheine auf das Natron oder die Maisstärke allergisch zu reagieren (allerdings erst nach zwei, drei Monaten), deshalb muss ich jetzt eine Alternative finden.

 

Runter mit dem Make-up

Abschminken mit Kokosöl

Zum Abschminken benutze ich Koksöl und zerschnittene alte Handtücher.  Die können dann einfach in die Wäsche und man hat keinen Müll produziert. Weil das Gesicht dann super ölig ist, wird es anschließend mit Seife gewaschen. Meine Stiefmutter siedet Seifen selber und ich benutze ihre fürs Gesicht, weil die, die ich für den Körper benutze aus unerfindlichen Gründen wahnsinnig in den Augen brennt.

 

Und sonst so?

Als nächsten Schritt werde ich mein Make-up selbst herstellen. Rezepte für Puder und Co. habe ich schon gefunden. Gerade brauche ich allerdings noch die Reste auf.
Ebenso benutze ich immer noch Rasierer und Klingen, die ich einfach noch habe. Danach wird umgestellt – ob auf Rasierhobel oder die Rasierer von Kost Kamm, habe ich noch nicht ganz entschieden.

Generell steht aber eine Sache fest: Mal ganz abgesehen davon, dass man der Umwelt und sich selbst etwas Gutes tut, indem man auf den ganzen Müll in und um industriell hergestellte Kosmetik verzichtet, spart man jede Menge Geld und geht einfach viel bewusster mit Produkten um.