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Fair Traders – Hoffnungskino von Nino Jacusso

Kann man ein Unternehmen führen, ohne dabei seine soziale und ökologische Verantwortung über Board zu werfen? Regisseur Nino Jacusso stellt in seiner Dokumentation Fair Traders drei Menschen mit unterschiedlichen Projekten vor, die die Vision eines fairen und gerechten Marktes leben.

Worum geht es bei Fair Traders?

Drei Menschen mit drei unterschiedlichen Projekten und einer Vision: Einen Markt schaffen, der für alle Beteiligten nicht nur gerechte Arbeitsbedingungen kreiert, sondern auch ökonomisch und sozial verantwortlich agiert. Nino Jacusso begleitet seine Akteure von der Schweiz nach Indien von Augsburg über Tansania und schafft eine Dokumentation, die Hoffnung gibt. 

Die Akteure

Beschreibungen der Akteure aus der Filmkritik von Rolf Breiner auf Cineman. 

Patrick Hohmann: Biobaumwolle aus nachhaltigem Anbau mit sozialer Verantwortung

„Als Textilingenieur und ehemaliger Garnhändler kennt er sich auf dem Weltmarkt aus. Der Schweizer Patrick Hohmann (68) gründete 1983 die Remei AG, die Baumwolle für den Weltmarkt aufkaufte. Als er feststellen musste, dass die Produzenten ihre Verdienste massenhaft in Pestizide investieren mussten, lancierte er den Anbau von Biobaumwolle in Indien und Tansania. Als Coop einstieg, wurde die Initiative ein Erfolg. Rund 6000 Vertragsbauern sind hier involviert und konnten einen besseren Lebensstandard und höhere soziale Sicherheit erreichen. Das Qualitätslabel bioReº garantiert biologischen Anbau, ökologische, umweltbewusste Produktion und faire Preise.“

Sina Trinkwalder, faire Textilindustrie, die Arbeitsplätze für Menschen schafft, die keiner mehr will

„Sie begann als Werbefachfrau und wurde zur Textilunternehmerin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes 2015. Die Augsburgerin Sina Trinkwalder (41) wurde als sozial engagierte Unternehmerin bekannt. Vor 19 Jahren gründete sie die Textilfirma «manomama», in der sie auf dem Markt benachteiligte Menschen beschäftigte, 2017 das soziale Unternehmen BRICHBAG, in dem aus Restmaterialien Rucksäcke für Obdachlose hergestellt und verschenkt werden. Die Unternehmerin und Buchautorin («Wunder muss man selber machen», 2013; «Im nächsten Leben ist es zu spät», 2017) hat mit ihren rezyklierten Produkten neue Absatzmärkte eröffnet und erobert.“

Claudia Zimmermann: Regionales Gemüse mit fairen Preisen für die Bauern

„Bioläden sind nicht mehr selten auf dem Lande. Die ehemalige Kindergärtnerin Claudia Zimmermann verwirklichte zusammen mit ihrem Partner Matthias einen Lebenstraum. Sie übernahmen den elterlichen Bauernhof, eröffneten 2016 einen Dorfladen in Küttighofen, SO, und stellten peu-à-peu auf Bio um. Ihr Biohof hält Rinder und Schweine, sie bauen Getreide (Dinkel, Hafer, Weizen), Gemüse und Kartoffeln an. Sie haben sich durchgebissen, auch wenn es ein hartes Bio-Brot ist.“

Hoffnungskino

Fair Traders bietet bei all den Dystopie-Dokumentationen, die es rund um das Thema Nachhaltigkeit gibt, eine willkommene Abwechslung, die gute Laune macht und Lösungen aufzeigt. „Für mich sind die Freude und Zuversicht, die der Film auslöst, die notwendige Kraft, um aus der lähmenden Lethargie aufzuwachen, in der wir gefangen sind. Durch die neue Sichtweise auf unsere Welt regt der Film zum Nachdenken an, fordert zur Stellungnahme auf und animiert zum Handeln“, so der Regisseur in der Kino-Zeit.

Trotzdem vergisst Jacusso dabei nicht zu zeigen, dass man bei jedem Projekt und jeder Vision auch auf Schwierigkeiten stößt, die es zu bewältigen gilt. 

Fair Traders - Hard Facts

Fair Traders läuft seit dem 20.09. in den Österreichischen Kinos. 

Wann der Film, wo läuft, erfahrt ihr hier.

Ich persönlich war letzte Woche im Urania mit anschließender Diskussion zwischen Regisseur Nino Jacusso, Veronika Winter von Fridays for Future und Elmer Fischer-Neuberger vom Adamah Biohof. 

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