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Einen Monat on the Road – von Lyon nach Tortosa

Vor genau einem Monat hat unsere Reise begonnen. Es geht um Nachhaltigkeit. Neue Lebensweisen zu entdecken, Permakultur zu lernen und etwas über uns selbst. Wir haben wahnsinnig tolle, hilfsbereite Leute getroffen und durften Teil sein. Teil von Leben, Teil von Projekten, Teil von Erfahrungen. Und so machen wir unsere eigenen. Gute wie schlechte. Stoßen an unsere Grenzen, stoßen sie weg und wachsen über uns hinaus. Wir haben über 800 Kilometer hinter uns und noch über 1000  Kilometer vor uns. Hier ist ein erster Recap.

Lyon nach Tortosa

 

Lyon – Gastfreundschaft und oh la la Praluline

Nachhaltigkeit Lyon

Let’s face it: Wir sind von Wien nach Lyon geflogen. Nicht die nachhaltigste Option eine Reise zu starten, aber: Wir reisen on a budget und der Flug hat 60€ gekostet im Gegensatz zu ca. 300 €, die auf uns zugekommen wären, hätten wir Bus und Bahn genommen.

Allerdings versuchen wir genau das wieder gut zu machen, indem wir jede Menge laufen, trampen und öffentliche Verkehrsmittel nehmen.

In Lyon selbst sind wir bei Vincent untergekommen – für uns beide die allererste Couchsurfing-Erfahrung und die war der absolute Knaller. Vincent war unfassbar großzügig, hat uns sofort das Gefühl gegeben willkommen und zu Hause zu sein.

What to do in Lyon?

Die Stadt selbst ist wunderschön. Dreigeteilt durch Rhône und Seine, lohnt sich sowohl der neuere als auch, oder insbesondere, der alte Teil.

Wir hatten effektiv zwei Tage dort. Am ersten sind wir spät abends angekommen, am vierten sind wir mittags wieder gefahren. Aber aus 48 Stunden lässt sich jede Menge herausholen.

Wie in jeder großen Stadt, gibt es auch in Lyon Free Walking Tours, die wir gleich den ersten Tag wahrgenommen haben. Ich mache das total gern, weil man 1. Einen Überblick über die Stadt bekommt. 2. Gute Tipps vom Guide und 3. Den historischen Hintergrund. Unsere Tour hat oben auf dem Berg des Place de la Croix-Rousse gestartet, über einen der vielen Märkte, ging es zu einem der Aussichtspunkte über die ganze Stadt. Während der Tour hat uns der Guide einen kleinen Garten inmitten des geschäftigen Treibens der Stadt gezeigt: Direkt neben dem Rathaus gibt es ein ehemaliges Kloster, heute ein Museum. Dort findet man eine kleine Oase der Ruhe zum Lunchen. Und genau das haben wir gemacht.

Wir sind nicht nur während der Tour gelaufen, gelaufen, gelaufen, sondern auch an unseren restlichen Tagen. Generell nutze ich in einer neuen Stadt so gut wie keine öffentlichen Verkehrsmittel. Ich mag es, einfach durch die Stadt zu schlendern, die Atmosphäre aufzusaugen, Unerwartetes zu entdecken. Und…natürlich ist es billiger.

Den zweiten Tag haben wir mit Vincent verbracht, der uns die Altstadt gezeigt hat, mit ihren hinter großen massiven alten Holztüren verstecken Innenhöfen und den dazugehörigen Traboules. Die Traboules sind Treppenhäuser oder Passagen, die den Durchgang von Straße zu Straße ermöglichen – eben durch die Innenhöfe und auf verschiedenen Ebenen. Ewig alte Treppen, die entweder hinab, hinauf oder hinüber führen. Man kann die Türen einfach aufmachen und entdeckt vielleicht ein kleines Wunder.

Ein anderes Wunder, das uns Vincent gezeigt hat, nennt sich Praluline – eine Art Kuchen-Speziliät aus Lyon und vielleicht eins der besten Dinge, die ich je gegessen habe. Es gibt einen speziellen Shop in der Altstadt, der es verkauft. Und schon der allein ist einen Besuch wert.

How to be sustainable in Lyon

Well…nicht anders als zu Hause. Wir haben generell unsere Wasserflaschen dabei, unser Besteck und die Stahl-Strohhalme. Die wurden auch genutzt. Eingekauft haben wir größtenteils auf dem Markt und immer wieder gesagt: „No plastic, please.“ Das hat auch ganz gut funktioniert. Gekocht wurde in Vincents Küche – auch hier, wie zu Hause, abends. Die Reste haben wir für das Mittagessen am nächsten Tag mitgenommen. Abgesehen von den vielen Märkten, sind wir mehr durch Zufall an einem verpackungsfrei Laden vorbeigekommen. Auch das ist also möglich.
Ansonsten: Use your feet. Es gibt aber genauso City Bikes, die man sich leihen kann, um die Stadt zu erkunden.

 

Luc-en-Diois – Permakultur at its best

Nachhaltigkeit Frankreich

Luc-en bitte wo? Und wie spricht man das Wort mit D eigentlich aus? Ist eigentlich auch egal – irgendwie kommen wir schon hin. Zumindest hat der kleine Ort einen Bahnhof.

Ursprünglich wollten wir von Lyon trampen. Kurz Hitchwiki gefragt, wo wir am besten starten und festgestellt, dass wir mit dem Zug hätten raus fahren müssen, um dann an der Autobahn zu stehen. Das hätte jeden von uns 3€ gekostet. Für 6€ konnten wir aber mit Laura und Car-Sharing von Lyon nach Crest fahren, was auf halber Strecke liegt. Laura hat zwar kein Wort Englisch gesprochen, mit Händen und Füßen war dann aber klar – wir müssen eh in die gleiche Richtung und, sie nimmt uns direkt mit nach Luc. Nachdem uns irgendwo im Nirgendwo, mitten in den Bergen fast der Sprit ausgegangen ist, haben wir es gerade noch so bis zur Selbstbedienungstankstelle in Luc geschafft, wo unser erstes Projekt gestartet hat.

Wir waren zu Hause bei Chris. Laut WorkAway-Reviews, DER Mann auf dem Gebiet der Permakultur. Und genau das wollten wir schließlich lernen. Bei der Adresse angekommen, fanden wir ein riesiges Grundstück mit lauter Baustellen vor. Wie Chris uns später erklärte, lebt er dort in einem Kollektiv mit acht anderen Familien. Jeder hat sein Stück Land gekauft, jedem geht es um Nachhaltigkeit und, um einen anderen Lebensstil – abseits des Kapitalismus. Es geht ums Teilen und ums Geben. Denn wenn man gibt, kommt auch etwas zurück. Chris Teil des Grundstücks liegt am hinteren Ende, umgeben von den französischen Alpen, stehen dort zwei Caravans. Einer für Gäste, der andere, ausgebaut, für ihn und seine Familie. Felder mit Pflanzen, ein Hühner- und Gänsegehege und die Drôme gleich neben unserem Platz für das Zelt, erwarteten uns.

Die zwei Wochen dort waren nicht nur wahnsinnig lehrreich in Bezug auf Permakultur, denn Chris ist tatsächlich DER Mann auf dem Gebiet, sondern auch in Bezug auf Alternativen und Prioritäten.  Chris und seine Familie sind ein klares Vorbild in Bezug auf nachhaltiges Leben und unser Besuch war sicher nicht der letzte dort.

What to do in the Diois?

Selbst viele Franzosen wissen nicht, wo das Gebiet liegt – also gibt’s da überhaupt was? Hell yeah. Wie auch immer das Ganze dort zu Stande gekommen ist – die Leute in den Diois sind das, was man als alternativ bezeichnen würde. Viele führen ein Leben abseits der gängigen Gesellschaftsstrukturen, der Zusammenhalt ist groß, man kennt und unterstützt sich.

Und genau diese Atmosphäre konnten wir in uns aufsaugen, als wir eines Abends ins Nachbardorf zu einem Food Market gefahren sind. Es gab nur Lokales aus der Region und tatsächlich scheint das in den Diois gut zu funktionieren – gerade durch den Zusammenhalt kauft man eben eher vom Nachbarn, selbst, wenn es teuer ist, als irgendetwas Importiertes aus dem Supermarkt. Zu unserem Bier und den Crêpes gab es portugiesische Rhythmen unterm Sternenhimmel. Zu den Kommunikationsschwierigkeiten das Gefühl willkommen zu sein.

Generell finden selbst in Luc ständig Märkte statt – ob Kunst, Handwerk oder eben Essen. Die Abwechslung ist groß. Und, wenn sie einem nicht groß genug ist, fährt man nach Die. Auch dort sucht man H&M oder Zara vergeblich. Findet aber alles, was man braucht, inklusive kleiner Restaurants und Bars.

Abgesehen davon, gibt es die Berge und die sollte man nutzen. Wir waren zwei Mal wandern. Einmal zum Le Clap einmal auf den Pique de Luc. Le Clap ist eine Art Becken, in das die Drôme in Wasserfällen, umgeben von Wald, zusammenfließt. Bleibt man ein bisschen weiter unten als am, für die Diois fast schon überfüllten, Parkplatz, der zum Clap führt, findet man Stellen, an denen man ganz allein ist.

Der Pique de Luc liegt auf etwas über 1000 m mit einem Blick über die ganze Diois. Und selbst, wenn der Aufstieg durch Geröll und 35 Grad im Schatten ein wenig beschwerlich sein kann, lohnt der Blick vom Gipfel.

How to be sustainable in the Diois?

Nachhaltigkeit ist bei Chris das Stichwort. Dementsprechend einfach auch für uns umzusetzen. Das Essen wurde komplett selbstangebaut. Was wir gegessen haben, wurde vorher geerntet und im Großen und Ganzen wird eben nur das gegessen, was es gerade gibt. Alles Zusätzliche, wie Haferflocken, Nudeln,…was auch immer, wurde im Bio-Supermarkt mit verpackungsfreier Abteilung in Die gekauft. Alles, was an Bioabfällen anfiel, haben die Hühner und Gänse zu fressen bekommen.

Da es bei der Permakultur auch um Kreislauf geht, gab es nur eine Trockentoilette, die wiederum als Kompost verwendet wurde. Gebadet haben wir in der Drôme. Mit natürlichen Seifen ist auch das kein Thema. Strom lief über Solar. Selbstversorgung on point und ein klares Vorbild für mich.

 

Montpellier – irgendwo müssen wir zwischenhalten

sightseeing montpellier

Nach zwei intensiven Wochen bei Chris, hieß es „See you soon!“, denn unser nächsten Projekt in Spanien stand auf dem Plan.

Da Barcelona eh auf dem Weg liegt, wollten wir einen Citytrip einlegen. Aber über 400 km trampen an einem Tag, schien uns unrealistisch. Deshalb: Zwischenstop auf halber Strecke in Montpellier. 4 Autos und einen halben Tag später fanden wir uns in der Stadt wieder.

Couchsurfing war hier keine Option –  zumindest hatten wir nach der gefühlten 100. Nachricht immer noch nichts und haben uns schließlich für ein Airbnb entschieden. Die Hostelpreise sind einfach unfassbar unverschämt im August, ebenso die der Campingplätze.

Der erste Eindruck der Stadt hat uns nicht wirklich umgehauen und irgendwie war alles unfassbar laut. Aber damit muss man wohl rechnen, wenn man wochenlang nur 300 Menschen, zehn Frösche und fünf Hühner um sich hat.

What to do in Montpellier?

Lass Dich treiben. Wir haben den Tag mit Fair Trade Kaffee und Bio-Frühstück im Coffee Club in der Altstadt gestartet. Absolut empfehlenswert. Es gibt ein paar wenige Außentische und auch das Café selbst ist winzig. Dafür aber superschön eingerichtet. Es hängt eine Karte an der Wand, in die man eine Pinnadel stecken kann, um zu zeigen aus welchem Land man kommt – vorausgesetzt man findet noch einen Platz. Von dort aus sind wir einfach durch die Gassen gelaufen. Haben uns Kirchen, Parks und den Ausblick über die Stadt angeschaut. Der botanische Garten war leider under construction, sah aber schon von außen beeindruckend aus. Auf dem Rückweg haben wir im Shakespeare halt gemacht. Panaché ist das französische Pendant zu Alster, nur ein bisschen trüber und, gerade an heißen Tagen, wärmsten zu empfehlen. Außerdem liegt der Pub in einem Hof in der Altstadt und man kann draußen auf Liegestühlen sitzen.

Ich fand die Stadt niedlich, aber auch nur für einen Zwischenstopp. Ein extra Aufenthalt dort lohnt sich, meiner Meinung nach, nicht so richtig.

How to be sustainable in Montpellier?

Ebenso wie in Lyon. Nimm Deine Flasche mit, bereite Essen zu Hause vor und such Dir Cafés oder Restaurants, die auf Nachhaltigkeit wert legen, wie der Coffee Club. Dort kann man übrigens auch Bambus- Coffee-to-go-Becher kaufen.

 

Barcelona – Tapas und Touristen

Travelguide Barcelona

Montpellier wollte uns scheinbar nicht gehen lassen. Wir hatten mit dem Sohn unserer Airbnb-Gastgeberin gesprochen, wie wir am besten Richtung Perpignan/Barcelona trampen könnten und er hat uns einen Kreisel zur Autobahnauffahrt empfohlen. Wir konnten von unserer Unterkunft bis dorthin mit der Straßenbahn durchfahren (Die ist in Montpellier mit 1,60€ pro Fahrt übrigens ziemlich günstig). Das war also schonmal einfach. Damit war es dann allerdings auch vorbei. Denn wir standen. Und standen. Und standen. Außer nettem Lächeln und Schulterzucken seitens der Autofahrer, gab es keine Reaktion. Nach vier Stunden, war ich kurz vor einem Hitzschlag und wir haben beschlossen, einen FlixBus zu nehmen. Mit fast 40€ pro Person über unserem Budget, aber wir hatten keine Wahl.

Womit wir ebenfalls keine Wahl hatten, war die Unterkunft in Barcelona. Auch hier hat niemand auf unsere Couchsurfing-Anfragen reagiert, Hostels und Campingplätze sind völlig überteuert. August ist auch einfach nicht die optimalste Zeit, um zu reisen. Wir wissen, dass Airbnb, gerade in Barcelona, nicht die fairste Option ist, aber was wollten wir machen? Deshalb sind wir bei Philip untergekommen – mitten im Stadtteil Gràcia. Philip war selbst als Workawayer unterwegs, arbeitet jetzt im Architektur-Bereich und seine Freundin ist Yoga-Lehrerin. Und genauso war die Wohnung auch eingerichtet – der Großteil der Möbel ist selbstgebaut, auf dem Tisch lag ein Zettel, das man bitte Müll trennen, nicht so viel Wasser und Strom verbrauchen soll. Dinge, die für uns selbstverständlich sind. Aber ich fand es gut, dass darauf wert gelegt wurde.

What to do in Barcelona?

Zunächst mal: Go get a T-10-Ticket. Das Ticket für die Öffentlichen kostet 10€ und beinhaltet 10 Fahrten á 90 min. Man kann es auch zu zweit nutzen.

An unserem ersten Tag sind wir von unserer Unterkunft aus zuerst zur Sagrada Familia und dann hoch den Berg Richtung Parque Güell gelaufen. Wenn man nicht gleich den Eingang nimmt, sondern am Park vorbei weiter nach oben läuft, hat man einen Ausblick über die ganze Stadt. Danach wollten wir rein in den Park. Was ich nicht wusste: Mittlerweile muss man für die Monumente von Gaudi bezahlen. Das letzte Mal, als ich in Barcelona war, war das noch umsonst. Aber wahrscheinlich kriegt man die Massen sonst einfach nicht gehändelt.

Zurück sind wir durch das Viertel zum Place de la Vila de Gràcia gelaufen, wo wir Pause gemacht haben. Hier reihen sich Cafés an Restaurants an Bars, ohne riesige Touristenmassen anzuziehen.

Den zweiten Tag haben wir der Altstadt gewidmet. Wieder zu Fuß versteht sich. Wir sind einfach durch die Gassen geschlendert, haben uns die Kathedrale angeschaut, waren ein bisschen bummeln, haben uns Wege durch den Mercat de la Boqueria gebahnt,….was man eben so macht als Touri. Und trotzdem haben wir versucht den Massen zu entgehen: Es gibt auf dem Hinterhof des Museums Frederic Mares ein kleines Café, wo man abseits des Trubels, einkehren kann, um eine Pause zu machen. Wirklich schön dort und vor allem ruhig.

Unseren Abend haben wir der Kultur gewidmet. Donnerstags kann man ab 19 Uhr umsonst das Museu Picasso besuchen. Karten muss man allerdings vorher online reservieren, sonst hat man keine Chance. In den anderen Museen Barcelonas ist der Eintritt am ersten Sonntag jedes Monats frei. Das Museum Picasso zeigt vor allem die frühen Jahre Picassos, Werke, die man ihm nicht auf Anhieb zugeordnet hätte und seine Entwicklung hin zum Kubismus.

Erst Touri, dann Tapas. Wir wollten uns einmal Tapas gönnen, wenn wir schon in Barcelona sind. Die Bar, in die wir eigentlich wollten, war allerdings restlos überfüllt. Deshalb sind wir im Mosquito gelandet, wo es zwar statt spanischer asiatische Tapas gibt, dafür aber mit spanischer Atmosphäre und ebenso gut.

Am dritten Tag hatten wir genug von Touristenmassen und Sightseeing – wir wollten an den Strand. Da Barcelonetta nun mal völlig überfüllt ist, sind wir nach Castelldefels gefahren. Man kann auch hierfür das T-10-Ticket nutzen und zahlt dementsprechend nur 1€, um aus der Stadt raus an den Stadtrand zu kommen. Die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde. Der Strand ist zwar nicht leer und auch nicht der schönste auf der Welt, aber eben auch nicht völlig überfüllt und man kann dort wunderbar einen Tag verbringen.

Am Abend haben wir dann aber doch wieder das Touri-Programm durchgezogen und das hat sich richtig gelohnt. Donnerstags bis sonntags (abhängig von der Saison) findet am Museu Nacional d’Art Catlunya die Magic Fountain Show statt. Der ganze Weg hoch auf den Berg des Museums ist mit Springbrunnen gesäumt, die zu Musik und Licht tanzen. Oben auf dem Berg vor dem Museum hat man einen wundervollen Ausblick auf die Stadt bei Nacht.

Auf dem Rückweg haben wir beim DelaCrem gestoppt. Philip hatte uns die Eisdiele empfohlen, angeblich das beste Eis Barcelonas. Und das ist es tatsächlich. Normalerweise gibt es eine wahnsinnig lange  Schlange – wir mussten nachts um 12 nicht ganz so lange warten.

How to be sustainable in Barcelona?

Generell, wie auch in den anderen Städten. Allerdings bietet Barcelona eine Vielzahl an organic, local und verpackungsfreien Läden. Im Folgenden nur die, die wir, meist durch Zufall, gefunden haben.

Nachhaltige Shops in Gràcia

Es gibt massenweise Shops, die unverpackte Bio-Produkte anbieten. Gerade in Gràcia haben wir ganz ganz viele gefunden. Hier ein paar Beispiele:  Der Unverpackt-Laden im Viertel heißt Gra de Gràcia und hat eine ziemliche Auswahl. Am Place de la Vila de Gràcia gibt es ebenfalls einen Bio-Laden mit regionalen Produkten und einer großen Auswahl an Spendern, namens Biopassio. Einiges ist allerdings auch verpackt – aber immerhin. Ansonsten läuft man ständig an Bio-Gemüse-Läden vorbei. Einfach die Augen offen halten.

Nachhaltige Shops im Barri Gòtic

Buy local: Im La Nostra Ciutat gibt es alles, was das kreative Grafik-Design-Herz begehrt. Versteckt in einem Hof, findet man hier Souvenirs und Plakate von lokalen Kreativen.

Im Home on Earth liegt der Fokus auf nachhaltigen Design-, Lifestyle und Naturprodukten. Würden wir nicht nur mit Rucksack reisen, hätte ich mich vielleicht komplett neu einrichten müssen. Schon die Musik und die Gerüche in dem Shop bringen einen in ganz andere Spähren.

Epsadrillos: Ja, die haben wir uns gegönnt und zwar von La Manual Alpagartera. Die Schuhe werden dort vor Ort gefertigt und bestehen aus ökologischem Hanf, abgesehen von der Gummisohle alles nachhaltig. Und schon der Shop ist einen Besuch wert. Vollgestopft mit Regalen und den typischen spanischen Schuhen, fühlt man sich ein bisschen in der Zeit zurückversetzt.

 

Region Tortosa – neues Projekt, neues Glück?

Nachhaltigkeit Tortosa

Unser nächstes Projekt, bei dem wir jetzt gerade sind, stand an und, weil man fürs Trampen erst wieder die Stadt hätte verlassen müssen und wir nicht wieder in der Sonne braten wollten, haben wir uns entschieden den Zug zu nehmen. Von Barcelona nach Tortosa dauert es ca. 3 Stunden und kostet 12-14€. Das haben wir uns dann mal gegönnt. Ausgeschrieben war das Projekt als selbstversorgende Bio-Olivenfarm und Permakulturprojekt. Leider ist es das nicht – oder eben nur zur Hälfte.

What to do in Tortosa?

Wir sind nicht direkt in Tortosa, sondern irgendwo im Nirgendwo zwischen Tortosa und Xerta und…wir kommen hier nicht wirklich weg. Dabei ist die Gegend, umgeben von Bergen, 30 km entfernt vom Meer mit seinen Olivenbaumfeldern wirklich schön.

Vor ein paar Tagen waren wir kurz in Xerta. Ein verschlafenes spanisches Dorf, das sowohl einen Fluss, als auch einen See zum Baden hat. Es soll kleine versteckte Inseln auf dem See geben, die sich mit dem Boot erreichen lassen. Hier sieht man auf jeden Fall das echte spanische Leben, abseits von Touristenmassen. Ebenso in Hortes – einer kleinen Stadt mit altem Renaissance-Kern. Kein Mensch weit und breit, dafür aber der Blick über das gesamte Tal.

Außerdem waren wir im Parc Naturals des Ports. Ein riesengroßer Nationalpark mit einem sich durch den Park schlängelnden Fluss, in dem man baden kann, währen die Geier über einem kreisen.

How to be sustainable in Tortosa

Die Oliven-Finka, bei der wir untergebracht sind, ist wunderschön. Wir schlafen im Caravan und haben unser eigenes Außenbad.  Die Dusche und der Strom laufen über Solar und es gibt eine Trockentoilette. Weil die Finka nicht ans Abwassersystem angeschlossen ist, müssen auch die verwendeten Produkte, wie Waschmittel, Duschzeug oder Spülmittel Bioqualität sein. Das ist definitiv nachhaltig. Allerdings ist alles in Plastik verpackt. Darauf wird also keinen Wert gelegt.

Eine andere Nummer ist das Essen: Es gibt ein paar kleine Beete, die aber nur wenig Ertrag liefern oder eben auch einfach nicht bepflanzt sind. Wir haben uns die letzten Tage um den Garten gekümmert – mit Permakultur hat das hier allerdings nichts zu tun. Ziemlich enttäuschend. Die Einkäufe werden von unserem Host in der Stadt gemacht – so gut wie alles plastikverpackt, die Qualität spielt keine Rolle und mir blutet das Herz.

Das hier ist leider gar nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Weil wir über Valencia weiterreisen wollen und müssen, versuchen wir gerade eine Couchsurfing-Option zu finden. So bald wir die haben, brechen wir hier ab. So und so sind wir gespannt, was die nächsten Wochen bringen.