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Die letzten Stationen in Spanien und das Ende der Welt

Wow…wie schnell ging eigentlich der letzte Monat rum? Wir sind jetzt schon seit fast zwei Wochen in Portugal und in nicht mal einem Monat endet unsere Reise. Zumindest diese. Hier ist ein Recap unserer letzten Wochen in Spanien und unserer ersten in Portugal. Auf dem Plan: Tabernas, Granada, Sevilla und die Algarve.

die letzten stationen in spanien und das ende der welt


Tabernas – Wir sind jetzt Olivenfarmexperten

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Fast einen ganzen Monat haben wir mit Terry auf seiner Olivenfarm verbracht und ganz schön viel Arbeit geleistet. Alle Olivenbäume wurden getrimmt, das Land von Unkraut befreit, die Wassergräben ausgeschaufelt. Wir verleihen uns hiermit feierlich selbst den Titel:  Olivenfarmexperten. Okay, ich gebe zu, ernten können wir nicht, aber vielleicht kommt das irgendwann noch. Dafür können wir Land schön machen. So richtig schön. 😀

Zusätzlich haben wir Mosaik-Arbeiten auf der Terrasse gemacht. Etwas, das ich unbedingt mal ausprobieren wollte und jetzt endlich die Chance dazu hatte. Auf der Farm ist die gesamte Terrasse mit Mosaiken bestückt, was mir persönlich ein kleines bisschen zu viel des Guten war, trotzdem hat es uns an Gaudi und Barcelona erinnert.

Wie im letzten Post schon beschrieben, war es wahnsinnig heiß in Tabernas. Das heißt, unser Tagesablauf war schnell Alltag. Früh raus, arbeiten bis 12 oder 1, dann steigen die Temperaturen locker auf 40 Grad. Also mussten wir den Rest des Nachmittags im Haus verbringen, was natürlich auch Langweile mit sich gebracht hat. Aber so ist das nun mal, wenn man den Sommer in der Wüste verbringt.

Terry hat versucht, uns ein bisschen Abwechslung zu bieten und ist mit uns Tapas essen oder zum Strand gefahren. Bis…das Auto kaputt gegangen ist, dann waren wir gefangen in unserer kleinen Wüsten-Einöde. Die einzige Abwechslung war der Markttag am Mittwoch. Den hat sich Terry nie nehmen lassen. Und wir uns auch nicht.

What to do in Tabernas?

Viel gibt es in dem kleinen Wüsten-Städtchen nicht. Und besonders schön anzusehen ist Tabernas auch nicht. Trotzdem gibt es ein paar Cafés und Restaurants. Und, wenn nicht gerade 40 Grad sind, kann man ganz wunderbar durch die Wüste wandern. Bei uns hat es nur für kurze Spaziergänge gereicht. Die Hitze, die Hitze.

In der wahnsinnig schönen Kulisse des Sierra Nevada wurden unzählige Filme gedreht. Deshalb gibt es direkt vor den Toren der Stadt ein Mini-Hollywood. Eine nachgebaute Westernstadt, in der man echtes Cowboy-Feeling erleben kann. Ich muss allerdings gestehen, wir waren nie dort. Ich kann hier also keine Empfehlung aussprechen.

How to be sustainable in Tabernas?

Try your best ist das Motto. Denn, wie auch im Rest des südlichen Spaniens, gibt es weder Bio-Produkte, noch wird besonders viel Wert auf Nachhaltigkeit generell gelegt, schon gar nicht auf Plastikvermeidung.

Das einzige, was man machen kann ist, immer sagen, dass man keine Tüte möchte und seine eigene mitbringen. Wenn möglich, auf dem Markt einkaufen und, ebenfalls wenn möglich, das Tab-Water trinken. Wir hatten einen Wasserfilter direkt am Hahn und konnten es somit, zum Großteil vermeiden, Wasser zu kaufen.

Der Markt in Tabernas findet jeden Mittwoch statt und ist DAS Event in der kleinen Stadt. Jeder ist auf den Straßen und auch Leute aus den umliegenden Dörfern kommen, um einzukaufen oder sich zum Kaffee zu treffen. Wir hatten immer eine große Gemüsekiste dabei und haben dort unser Obst und Gemüse reingepackt. Beim ersten Mal mussten wir noch erklären, dass wir keine Plastiktüten wollen, beim zweiten Mal wusste der Marktverkäufer schon Bescheid. Für einen ganzen Wocheneinkauf Obst und Gemüse haben wir nicht mal 15€ bezahlt. Ob der Preis auf die Qualität zurückschließen lässt…wahrscheinlich. Trotzdem ging es hier zumindest verpackungsfrei.


Granada – 1001 Nacht mitten in Spanien

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Damit uns in Tabernas nicht zu langweilig wird, sind wir ein paar Tage rausgefahren. Gerade Dominik wollte unbedingt nach Granada. Ich hatte die andalusische Stadt nicht so richtig auf dem Schirm, ein Fehler, wie sich rausstellte.

Wenn man viel reist und viel sieht, ist es manchmal ein wenig schwer, sich noch beeindrucken zu lassen. Ich mag das nicht und versuche mich trotzdem mitreißen zu lassen. Trotzdem ist es manchmal ein, „Ach ja, kenn ich schon,“ oder „Ach ja, hab ich schon gesehen.“ Granada hingegen…Granada hat mich nicht nur mitgerissen, sondern umgehauen. Die Altstadt ist wie 1001 Nacht und hat mich tausend und einmal an Marokko erinnert mit seinen kleinen engen Sandstein-Gassen, den vielen Teppichhändlern und den bunten Glasmosaik-Lampen.

Das Viertel Albacin versetzt einen zurück ins antike Griechenland und, während man durch die schmalen Straßen wandert, durch die nicht mal Autos passen, vorbei an weißen Häusern mit blauen Fensterläden, erreicht man einen Plaza nach dem anderen, auf dem die Leute sitzen und die spanische Gelassenheit leben.

Eine erste Führung durch die Stadt gab es von Fernando, unserem Couchsurfing-Host, bei dem wir ein ganzes Zimmer, etwas außerhalb der Stadt, hatten. Die anderen Tage haben wir auf eigene Faust erkundet, was es zu erkunden gab.

What to do in Granada?

Altstadt:

Man kann sich stundenlang durch die Gassen der Altstadt treiben lassen. Vorbei an der Kathedrale, der Universität und den unzähligen arabisch angehauchten Souvenir-Shops. Vom Altstadtviertel kann man wunderbar auf der Carrera del Darro am gleichnamigen Fluss entlang schlendern und in eine der unzähligen Bars oder Restaurants einkehren. Zur Rechten hat man einen Blick auf die Alhambra und erahnt schon von hier, wie eindrucksvoll die ehemalige maurische Burg aus der Nähe ist.

Albacin:

Wendet man sich von der Carrera del Darro irgendwann nach links, den Fluss zur rechten, gelangt man irgendwann ins Alabcin. Das älteste Stadtviertel Granadas liegt auf einem der Bergrücken, auf denen Granada gebaut wurde. Mit seinem spätantiken und voramurischem Erbe und seinen weißen Hausfassaden gehört es zum UNESCO Weltkulturerbe und ist allemal einen Besuch wert. Desto tiefer man ins Viertel gelangt, desto weniger Menschen trifft man und ist teils ganz allein in den Gassen. Läuft man den ganzen Berg hinauf, hat meinen einen wahnsinnigen Ausblick über die Alhambra. Gerade bei Nacht, raubt es einem fast den Atmen.
Geht man auf der anderen Seite, Richtung altes Stadttor, wieder herunter, erreicht man die arabische Gasse, wie Fernando die Straße mit den vielen arabischen Shops und Restaurants nannte. Eine Straße wie aus der Medina Marrakeshs gerissen. Nur mit weniger aufdringlichen Händlern.

Alhambra:

Ein Grund, warum wir überhaupt nach Granada gereist sind, war die Alhambra. Dominik wollte die maurische Stadtburg unbedingt sehen. Ich hatte, um ehrlich zu sein, keine wirkliche Vorstellung, von dem, was ich zu erwarten hatte. Meine Nicht-Erwartungen wurden mehr als übertroffen.

Hier ein paar Tipps für den Besuch der Alhambra: Tickets unbedingt im Voraus kaufen, zumindest, wenn man den Nasrid Palast und das Generalife, den Sommerpalast, sehen will. Ansonsten ist die Alhambra frei zugänglich. Und…morgens ist die schönste Zeit. Wir sind ganz früh aufgestanden und waren einige der ersten auf dem Gelände. So konnten wir den Sonnenaufgang dort genießen und die Ruhe vor dem Touristenansturm. Ein magischer Moment.

Wir hatten Tickets, sowohl für den Palast, als auch für das Generalife und ich würde es nur jedem empfehlen. Selbst, wenn man sich die maurische Burg mit vielen anderen Touristen teilen muss. Die verzierten Paläste und die dazugehörigen wunderschönen Gärten haben mich einfach zum Staunen gebracht und man kann in der Alhambra locker einen ganzen Tag verbringen.

How to be sustainable in Granada?

Ihr wisst schon…das Übliche. Auf jeden Fall eine nachfüllbare Wasserflasche mitnehmen. In der Stadt gibt es überall Trinkwasserbrunnen und man kann sowohl das Wasser aus den Brunnen, als auch das aus der Leitung, problemlos trinken.

Mitten in der Innenstadt findet man Handmade, einen kleinen Laden der lokale, handgemachte und fair gehandelte Schuhe und Taschen verkauft.

Außerdem gibt es oben auf einem der Plätze des Albacins das La Talega – einen kleinen Laden für andalusisches Slow Food und handgearbeitete Souvenirs.

Man kann den ganzen Innenstadtbereich problemlos zu Fuß abgehen. Falls man doch auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen muss, gibt es viele Buslinien. Aber Vorsicht: Manche fahren nur bis 11 Uhr nachts.


Sevilla – der letzte Stop in Spanien

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Unsere Zeit in Tabernas neigte sich dem Ende und das nächste Land stand auf dem Plan. Bevor wir jedoch nach Portugal reisen, wollten wir noch einen Zwischenstop in Sevilla einlegen. Auch, um nicht den ganzen Tag im Bus zu sitzen.

Wir hatten eine Mitfahrgelegenheit direkt von Tabernas nach Sevilla gefunden. Auch Fernando hatte uns nochmal bestätigt, dass Trampen in Spanien quasi möglich sei. Also haben wir es gar nicht erst versucht. In Sevilla selbst hatten wir ein kleines Airbnb gebucht. Bei Elena und Martin hatten wir ein liebevoll eingerichtetes Zimmer in ihrer Wohnung.

Auch von Sevilla hatte ich keine wirkliche Vorstellung und so habe ich mich einfach überraschen lassen. Und hier, wie ich auch Granada, war ich wahnsinnig beeindruckt.

What to do in Sevilla?

Unser Zimmer lag direkt neben dem Maria Luisa Park und wir mussten, um in die Stadt zu gelangen eh dort durch laufen. Selbst, wenn man das nicht zwangsläufig muss, um irgendwo hinzugelangen, sollte man es trotzdem tun. Der Park ist wunderschön, beherbergt einige der Museen der Stadt und ist definitiv einen Besuch wert.

Den ersten Tag sind wir durch den Park zum Plaza de Espana gelaufen. Tatsächlich hat mich der Platz noch mehr beeindruckt als die Alhambra. Wir haben Stunden hier verbracht, uns die Gemälde der Städte, die von Spanien zurückerobert wurden angeschaut, Flamencotänzer und Straßensänger beobachtet und die Stadt auf uns wirken lassen. Abends sind wir noch ins Stadtviertel Triana gelaufen. Der Teil außerhalb des Zentrums ist die traditionelle Heimat des Flamencos und der Keramik. Hier wurden wir von einem heftigen Gewitter erwischt und mussten uns ins nächstbeste Restaurant zurückziehen, um dem Regen zu entfliehen.

Den zweiten Tag haben wir Santa Cruz, dem Altstadtviertel, gewidmet. Die lange Schlange vor dem Königspalast Alcazar hat uns definitiv abgeschreckt und da wir die Alhambra in Granada gesehen hatten, haben wir beschlossen uns die nicht allzugange Schlange vor der Kathedrale anzutun. Ich habe in England so viele Kathedralen besichtigt, dass man mich nicht mehr so leicht in eine bekommt, geschweige denn, von einer begeistern kann. Aber die Kathedrale in Sevilla lohnt sich. Die größte gotische Kathedrale der Welt beherbergt nicht nur Kunstwerke von Goya, sondern auch das Grab von Christopher Columbus.

Der Aufstieg der Giralada, ein Rest der einstigen Moschee, heute Turm der Kathedrale und Wahrzeichen der Stadt, ist ebenfalls im Eintrittspreis inbegriffen. Auf 70 m Höhe angekommen hat man einen großartigen Ausblick über die ganze Stadt.

How to be sustainable in Sevilla?

Ich hab leider keine Tipps. Uns ist nichts Besonderes über den Weg gelaufen. Nur eins: Das Leitungswasser ist trinkbar, wenn auch ein bisschen gewöhnungsbedürftig.
Busse fahren durch die ganze Stadt, wenn auch nicht immer ganz nach Fahrplan.


Eco-Glamping in Aljezur

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Von Sevilla aus haben wir einen Bus nach Lagos genommen, um dort unser Mietauto abzuholen. Natürlich ist das nicht die ökologischste Alternative beim Reisen, aber die Algarve ist einfach zu weitläufig, um zu Fuß zu gehen und mit dem Bus wären wir nicht mal zu unserem Campingplatz gekommen.

Ich hatte online den wunderschönen Glampingplatz von Ricardo und Vera gefunden. Und nachdem wir eine Stunde durch die kurvigen Straßen Portugals von Lagos Richtung Aljezur gefahren sind, haben wir uns irgendwo mitten im Wald wiedergefunden. Weit und breit kein Mensch. Wir hatten uns ein klein wenig verfahren und nachdem wir die richtige Adresse gefunden hatten, ging es weiter über Schotterpiste durch den Wald bis wir Musa fanden. Musa – so heißt das Stück Land, auf dem Ricardo und Vera ihre Glampingsite betreiben.

Was ist Glamping?

Im Grunde, Camping auf ökologischer Basis. Zumindest haben wir es so kennengelernt. Es gibt eine Trockentoilette und eine Dusche, die mit Regenwasser läuft. Es werden nur ökologische Körperpflegeprodukte benutzt, um das Grundwasser nicht zu belasten. Elektrizität läuft über Solar, gekocht wird draußen. Zusätzlich werden deutlich weniger Plätze vermietet als auf einem normalen Campingplatz. Man ist unter sich und hat wirklich Zeit für Erholung. Wir haben in unserem eigenen Zelt geschlafen. Zum Glamping gehört aber genauso, dass es Hütten oder ausgebaute Tipis oder Jurten gibt, in denen sich dann meist auch richtige Betten befinden.

Das Besondere an Musa ist nicht nur die Lage, sondern vor allem auch die liebevollen Details überall auf dem Gelände. Die gesamte Dekoration bestand aus Naturmaterialien oder Upcycling-Material. Ich habe auf jeden Fall einiges an Ideen gesammelt.

Zusätzlich waren Ricardo und Vera einfach wahnsinnig herzlich und haben uns noch in ihren umgebauten Truck eingeladen. Ebenso wie Louis, der für das Housekeeping auf dem Platz zuständig ist. Die drei, plus Veras kleiner Sohn Havier sind die Seele des Ortes.

What to do in Aljezur?

Wir haben es ruhig angehen lassen. Den ersten Tag haben wir am Strand verbracht. Der Praia de Bordeira gilt als einer der schönsten Strände der Algarve und das kann ich nur bestätigen. Auf der einen Seite Steilküste, auf der anderen wüstenartige Landschaft, erstreckt sich der Strand über einige Kilometer mit nur wenigen Besuchern.

Den zweiten Tag wollten wir nach Monchique und auf den höchsten Berg der Algarve den Fóia. Monchique selbst ist nicht wirklich sehenswert und die Straße zum Fóia wollte ich mit dem Mietwagen beim besten Willen nicht hochfahren. Also wieder ab zum Strand. Diesmal Praia de Arrifana. Auch schön, aber lange nicht so eindrucksvoll wie der Praia de Bordeira.

Unseren letzten Tag an der Algarve sind wir Richtung Sagres gefahren – wir wollten das Ende der Welt sehen. Gelandet sind wir beim Fortaleza de Belixe, einer alten Verteidigungsanlage. Die Besichtigung kostet 3€ Eintritt, lohnt sich aber allemal. Die Anlage erstreckt sich entlang der felsigen Steilküste. Man kann nicht nur die Anlage selbst, sondern auch Fauna und Flora beobachten und hören, wie das Meer zwischen den Höhlen bricht, die die Wellen in den Stein geschlagen haben. Hinterher haben wir uns noch den Cape Saint-Vincent mit seinem Leuchtturm angeschaut. Der Leuchtturm lohnt sich nicht. Die Landschaft daneben schon. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so beeindruckt von einem Land war, wie von Portugal.

How to be sustainable in Aljezur?

Nicht so schwierig bei einer Eco-Glampingsite. Wasser, Toilette, Strom: Top! Das einzige Problem: Dadurch, dass es kein fließendes Wasser gab, mussten wir Wasser in Plastikkanistern kaufen.
Gekocht und gegessen haben wir meist auf dem Platz selbst. Eingekauft wurde im Intermarché. Dort gibt es eine Bio-Abteilung mit Papiertüten, falls man sein Obst und Gemüse irgendwo reinpacken muss.

An unserem ersten Tag waren wir in Carrapateira essen. Eigentlich wollten wir uns den kleinen Ort nur anschauen, aber dann sind wir am trigo vermelho vorbeigekommen. Einem kleinen Restaurant mit veganen und glutenfreien Gerichten, das zusätzlich Nestlé boykottiert. Alle Daumen hoch hierfür. Außerdem war das Essen großartig!


Azoia – das letzte Projekt steht an

Jetzt gerade sind wir bei unserem letzten Projekt. Ebenfalls eine Glampingsite mit Permakultur-Garten. Wir schlafen im Zelt, haben eine Eco-Toilette und Dusche und befinden uns Mitten im Naturschutzgebiet. Bis jetzt ist es wundervoll und wir genießen die Natur und die Ruhe. Dazu mehr…nach der Werbung. 😉